Kasperl oder Harlekin – was darf’s denn heuer sein?

Endlich ist sie voll im Gange, die verrückteste Zeit des Jahres – Fasching – und wie alle Jahre wieder stehe ich vor der weltbewegenden Frage: Welches Kostüm darf’s denn heuer sein?

Der Brauch des Verkleidens geht auf das 13. Jahrhundert zurück und hat den Zweck, durch Masken die bösen Geister des Winters zu vertreiben und durch Feiern noch schnell die Fleischvorräte aufzubrauchen, bevor die 40-tägige Fastenzeit beginnt.

Ich persönlich bevorzuge ja den Carnevale in Venedig. Da kann man, je nach Lust und Laune, als geheimnisvolle Colombina durch die verschwiegenen Calle huschen, oder versteckt unter der Bautta diversen Schabernack treiben. Überhaupt haben sich die Venezianer in ihrer Blütezeit – also zu Lebzeiten Giacomo Casanovas – bis zu 8 Monate im Jahr maskiert. Sehr zum Missfallen der Obrigkeit, die einen Verfall der guten Sitten befürchtete. Tja …

Generell teilt sich mit Beginn des neuen Jahres die Partycommunity in zwei Hauptlager: In diejenigen, die sich aus Prinzip sicher NICHT verkleiden, und jene, die dies mit voller Begeisterung praktizieren und schon Wochen im Vorhinein Kostümverleihe, Faschingsgeschäfte und Online-Shops unsicher machen.

So weit, so gut – aber was sagt so ein Faschingskostüm eigentlich über den Charakter seines Trägers aus?

Die „Verweigerer“ werden oft als spaßresistente Ignoranten verspottet, die keinen Mut haben, über sich selbst zu lachen.

Aber stimmt es, dass Prinzessin, Häschen und Kätzchen sich im Alltagsleben überfordert fühlen und mehr wohlwollende Aufmerksamkeit brauchen?

Oder dass das ausladende Dekolleté bei einer Polizeiuniform darauf hindeutet, dass deren Trägerin partout ihren Marktwert noch einmal feststellen will?

Auch wird behauptet, der Träger von witzigen Ganzkörperkostümen wie Bierflasche, Glücksschweinchen oder Fat-Suit sei ein langweiliger Bürohengst, über dessen Witze nie jemand lacht.

Aber was soll ich dann von einer mir bekannten Geschäftsfrau halten, die nun schon das vierte Jahr in Folge als hässliche Alte mit Buckel, Stock und Warze auf der Nase auftaucht?

Wie dem auch sei – als Chef könnte ich es mir ganz witzig vorstellen, mich bis zur Unkenntlichkeit maskiert unter meine Angestellten zu mischen. Ein „Aha-Erlebnis“ wäre da vorprogrammiert.

Ich weiß die Lösung – ich lass meinen Mann unsere Kostüme aussuchen! Grazie …

 

 

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