FACEBOOK – des einen Freud, des anderen Leid

Je nach Tagesverfassung hassen oder lieben wir es – Facebook, unsere virtuelle Welt, in der jeder das sein kann, was er gerne wäre. Erfolgreich, schön, cool, unabhängig – die Liste lässt sich endlos fortsetzen.

Wir haben einen immens großen Freundeskreis, den wir im wirklichen Leben gar nicht pflegen könnten, entscheiden in Sekundenschnelle, was uns gefällt oder auch nicht, und bilden uns im selben Tempo ein Urteil über Menschen, die wir eigentlich gar nicht kennen.

Man kann diese Plattform natürlich auf verschiedene Arten nutzen:

Als Gratiswerbefläche fürs eigene Geschäft (nur bedingt wirksam, da aus Erfahrung Postings dieser Art beim zweiten Mal schon nicht mehr gelesen werden) –

Um längst verschollene Freunde aufzuspüren (auch vergebene Liebesmüh, denn es gibt immer einen Grund, warum uns diese Freunde verloren gegangen sind) –

Oder um bekannt zu werden – ganz nach dem Motto „Schau was für ein tolles Leben ich führe“ werden Fotos von Partys, Bällen und Events gepostet, deren Besuch sich auf Dauer kein Normalsterblicher leisten kann (ein schönes Märchen, denn jeder, der einmal auf so einem Event war, weiß, dass sich Promis meistens gerne mit dir fotografieren lassen. Danach kannst du eigentlich gleich wieder verschwinden, um am nächsten Morgen brav deinem Brotberuf nachzugehen. Dein Foto erscheint auf Facebook, doch berühmt wirst du dadurch auch nicht).

Besonders lustig finde ich es, wenn du bei einer Veranstaltung mit etwa der Hälfte der Gäste auf Facebook befreundet bist, dich jeder freundlich grüßt, aber in Wirklichkeit keiner genau weiß, wer du bist. Heißt es deshalb vielleicht „Gesichtsbuch“?

Die, meiner Meinung nach, gefährlichste Variante ist es, Facebook als Partnerbörse zu benutzen. Vielen Paare hat das lockere Geplänkel mit anderen binnen kürzester Zeit das Beziehungs-Aus beschert.

Siehe Karin und Klaus – ein glückliches Paar, das fleißig Fotos seiner heilen Welt postet, und daneben Eva – ihres Zeichens Single und gänzlich unzufrieden mit ihrer derzeitigen Lebenssituation. Was passiert?

Eva schickt Karin UND Klaus eine Freundschaftsanfrage. Wird diese angenommen, beginnt sie ganz harmlos mit Klaus zu chatten. Dieser fühlt sich in seinem Ego als Mann bestärkt und lässt sich darauf ein. Die Unterhaltungen werden intensiver und immer häufiger, bis Eva aus seinem Tagesablauf gar nicht mehr wegzudenken ist. Oft kann man mit einem fremden Menschen persönliche Dinge besser besprechen, als mit dem eigenen Partner. Nun ist es für Klaus bereits unmöglich geworden, Karin von diesen Chats zu erzählen – ergo hintergeht er sie bereits. Er spricht mit einer anderen Frau über seine Beziehung und nicht selten kommt es dann zum ersten (geheimen) Treffen. Spätestens hier müsste Klaus die Handbremse ziehen und Karin alles beichten, sonst geht diese Beziehung unweigerlich den Bach runter.

Oder Daniel, der über das Glück mit seiner neuen Liebe Claudia postet, und damit Exfrau Martina auf den Plan ruft. Diese kontaktiert ihn über WhatsApp und es entwickelt sich ein reger Austausch – über Wochen hinweg. Als Martina endlich merkt, dass sie bei ihm dennoch keine Chancen mehr hat, kopiert sie den kompletten Chatverlauf (merkt euch, Frauen speichern solche Nachrichten IMMER ab!) und postet ihn auf dem Facebook-Profil von Claudia! Uuuuuupps – die Folgen brauch ich nicht zu erwähnen …

Doch wo bitte sind die Grenzen? Ab wann wird ein harmloses „Wie geht es dir heute?“ zum verhängnisvollen Flirt? Gibt es so etwas wie eine Facebook-Etikette?

Vielleicht sollte man ein Buch darüber schreiben – „Benimmregeln auf Facebook – seine Vorteile und Gefahren“!

Der neue Bestseller?

Eine Antwort auf „FACEBOOK – des einen Freud, des anderen Leid“

  1. Sehr kritische aber wahre Beurteilung von dir. Auch ich bin sicher manchmal zu offen mit Postings gewesen in der Vergangenheit. Denke immer öfter darüber nach, welche Fotos ich poste. Die Vorteile sind mit Freunden im Ausland in Kontakt bleiben zu können, wo es sonst viel schwieriger wäre kontakt zu halten. Man muss die Einträge auch ein bisschen mit einem Augenzwinkern nehmen, so wie das ganze Leben, sonst wird es zu ernst und dramatisch. Partner Plattform war es für mich nie und wird es auch nie werden.

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